Kategorien
Krankheiten

Legedarm-Entzündung beim Huhn

Die Legedarmentzündung beim Huhn ist eine der häufigsten Erkrankungen in Hobbygeflügelhaltungen. Wenn du Hühner hältst, kennst du die Erkrankung vielleicht schon. In diesem Beitrag möchte ich dir eine Übersicht über die Entstehung geben und erläutern, welche Behandlungsoptionen du hast. Abschließen möchte ich mit Tipps zur Vorbeugung der Legedarmentzündung.

Foto: Pixabay

Der Legedarm

Bei dem Legedarm (Eileiter) des Huhnes handelt es sich um einen muskulösen Schlauch. An seinem vorderen Ende wird der am Eierstock gebildete Dotter aufgenommen. Dann wird im Legedarm um die Dotterkugel das Eiklar, die Schalenhaut und die Eischale gebildet, bevor das Ei dann gelegt wird. Die Eibildung dauert ca. 24 Stunden, wobei der größte Teil der Zeit auf die Eischale entfällt. Bei Vögeln ist nur der linke Eierstock und Eileiter ausgebildet, während diese Organe bei Säugetieren paarig angelegt sind.

Wie entsteht eine Legedarmentzündung?

In fast allen Legedarmentzündung kann der bakterielle Erreger Escherichia coli nachgewiesen werden. Teilweise kann zusätzlich auch Gallibacterium anatis isoliert werden, eher seltener ist dieser Erreger alleine für die Legedarmentzündung verantwortlich. Die Infektion erfolgt meistens kloakal, d. h. die Erreger wandern über die Kloake in den Legedarm ein und vermehren sich dort stark. Erleichtert wird die Infektion dadurch, dass bei eierlegenden Hühnern die Schließmuskeln in der Kloake dauerhaft erschlafft sind, um das Legen zu ermöglichen.

Im frühen Krankheitsstadium ist die Legedarmschleimhaut gerötet und verdickt und man findet wenig schleimiges weißlich-gelbliches Entzündungsmaterial auf der Schleimhaut. Bei der chronischen Legedarmentzündung ist der Legedarm angefüllt mit gelblichem Entzündungsmaterial, das im Anschnitt einen schichtartigen Aufbau zeigt (Schichteibildung). In dem Entzündungsmaterial können sich auch Eibestandteile befinden. Der Legedarm kann dabei so stark vergrößert sein, dass er den Großteil des Bauchraumes der Legehenne ausfüllt. Im schlimmsten Fall kann es auch zu einer Legedarmruptur (dem Reißen des Legedarms) kommen.

Teilweise findet sich bei den Tieren mit Legedarmentzündung zusätzlich eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) und/oder eine Eierstockentzündung. Als Folge der Passagestörung im Legedarm kann es zum sogenannten „internen Legen“ kommen. Dabei gelangen Eidotter und/oder ganze Eier in den Bauchraum der Legehenne. Alle aufgezählten Komplikationen verschlechtern die Prognose für das betroffene Tier.

Auch wenn eine Beteiligung von E. coli an dem Krankheitsbild unstrittig ist, gibt es auch auf der Tierseite Faktoren, die eine Legedarmentzündung begünstigen können. Häufig tritt die Legedarmentzündung eher bei älteren Legehennen auf. Daher besteht der Verdacht, dass z. B. altersbedingte Defizite in der Immunabwehr die Entstehung einer Legedarmentzündung beeinflussen können.

Legedarmentzündung: eröffneter Legedarm mit geschichtetem Enzündungsmaterial
Legedarmentzündung mit geschichtetem Entzündungsmaterial

Wie kann man eine Legedarmentzündung feststellen?

Verklebungen um die Kloake des Huhnes können ein Hinweis auf eine Legedarmentzündung sein. Teilweise legen die betroffenen Hühner Ei-ähnliche Gebilde aus Entzündungsmaterial. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium, wenn der Legedarm durch die Entzündung schon stark vergrößert ist, zeigen die Hennen eine Pinguin-ähnliche Haltung und bewegen sich nur noch unbeholfen. Der gesamte Bauchbereich der Tiere ist dann stark geschwollen und die Bauchdecke ist gespannt. Beim vorsichtigen Abtasten kann man teilweise den vergrößerten Legedarm in der Bauchhöhle erfühlen. Die Hennen magern dann auch ab, was du an der fehlenden Brustmuskulatur feststellen kannst. Das Gesamtgewicht des Tieres kann durch das Entzündungsmaterial aber gleich bleiben oder sogar ansteigen.

Bei der Untersuchung eines betroffenen Tieres bei einem fachkundigen Tierarzt kann die Verdachtsdiagnose durch eine Ultraschall-Untersuchung bestätigt werden. Die meisten Legedarmentzündungen werden leider erst in diesem Stadium diagnostiziert, wenn du der Henne fast nicht mehr helfen kannst. Das ist ein sehr großes Problem und hängt mit dem Instinkt der Tiere zusammen, sich Erkrankungen möglichst nicht anmerken zu lassen, um keinem Beutegreifer aufzufallen.

Behandlung der Legedarmentzündung

Eine Behandlung mit einem Antibiotikum kann insbesondere im frühen Krankheitsstadium helfen. Im Optimalfall wurde der verantwortliche Erreger isoliert, eine Resistenztestung durchgeführt und dann der richtige antibiotische Wirkstoff für die Behandlung ausgewählt. Falls dies nicht möglich ist, sollte man pragmatisch davon ausgehen, dass es sich bei dem verursachenden Keim um E. coli handelt, und das Präparat danach auswählen.

Leider werden die Tiere meist erst später vorgestellt, wenn der alleinige Einsatz von Antibiotika keinen Erfolg mehr verspricht. Im Legedarm hat sich dann schon so viel Entzündungsmaterial angesammelt, dass dieses mit Hilfe einer Behandlung nicht beseitigt werden kann. An diesem Punkt gibt es nur noch zwei Optionen: die Henne einschläfern zu lassen oder eine operative Entfernung des Legedarms.

Operation der Legedarmentzündung

Vor dem Eingriff solltest du abklären (lassen), ob der Zustand des Tieres eine Operation überhaupt erlaubt. Für die Prognose ist es vorteilhaft, wenn die Henne nicht komplett abgemagert ist. Auch musst du dich darauf einrichten, dass während der OP weitere Veränderungen wie eine Bauchfellentzündung festgestellt werden könnten, die ein vollständiges Genesen des Tieres unwahrscheinlicher machen. Bei der Operation wird der Legedarm komplett entfernt, aber der Eierstock bleibt normalerweise im Tier. Insbesondere bei einem aktiven Eierstock wäre die Blutungsgefahr während des Eingriffes und danach zu hoch.

Damit es nach der Operation nicht weiterhin zur Ovulation (Follikelsprung) kommt, muss die Henne mit einem Hormonpräparat behandelt werden. Dies ist durch die Verabreichung mittels Injektion oder mit Hilfe eines Hormonchips möglich. Die Behandlung führt zu einer Rückbildung des Eierstocks und verhindert, dass sich Follikel in der Körperhöhle des Huhnes ansammeln. Allerdings sind diese Präparate für Legehennen nicht zugelassen. Daher darf das Tier auf keinen Fall geschlachtet und verzehrt werden, da sich Hormonrückstände im Fleisch befinden können. Obwohl sich Einrichtungen, die diese Art von Operationen durchführen, häufig von den Kunden unterschreiben lassen, dass die Henne nicht mehr als Lebensmittel lieferndes Tier anzusehen ist, bleibt auch ein gewisses rechtliches Risiko für den Tierarzt bestehen, der diese Hormone verabreicht.

Die ganze Prozedur der Operation und auch der Hormongabe, die regelmäßig wiederholt werden muss, zieht Kosten von mehreren hundert Euro nach sich. Außerdem sollte auch bedacht werden, dass die Möglichkeit besteht, dass die Henne die Operation und die direkt darauf folgenden Wochen nicht überlebt. Daher bin ich der Meinung, dass man sich insbesondere bei älteren Tieren überlegen sollte, ob eine Operation wirklich im Sinne des Tieres ist oder ob eine Erlösung des Huhnes nicht vielleicht doch den besseren Weg darstellt.

Vorbeugung der Legedarmentzündung

Wie für viele weitere Infektionskrankheiten besteht auch bei der Legedarmentzündung die Gefahr, dass der verantwortliche Erreger durch Zukäufe neuer Tiere eingeschleppt wird. Daher solltest du den Erwerb von neuen Hühnern auf das absolute Mindestmaß beschränken und dabei einige wichtige Punkte beachten. Dies beugt eventuell auch der Einschleppung virulenter E.-coli-Stämme vor, die zu einer Legedarmentzündung führen könnten.

Achte auch auf eine saubere, trockene Einstreu und saubere Legenester. Ansonsten besteht die Gefahr, dass beim Legeakt Schmutz und Bakterien in den Legedarm gelangen, wo sie zu einer Legedarmentzündung führen können.

Außerdem solltest du die Haltungsumgebung der Hennen abwechslungsreich gestalten, um Kannibalismus und Kloakenpicken vorzubeugen. Falls notwendig, musst du den Verursacher von den anderen Hühnern trennen. Verletzungen der Kloake können sich entzünden und die Entzündung kann sich bis in den Legedarm ausbreiten.

Achte auch auf eine ausgewogene Ernährung deiner Hühner. Bei zu fetten Tieren kann es eher zu einem Legedarmvorfall kommen. Dabei besteht die Gefahr, dass der vorgefallene Legedarm verschmutzt und auch von anderen Hennen bepickt wird.

Die Verabreichung eines Hormonchips an Hühner kann das Risiko einer Legedarmentzündung sicherlich senken. Hier wären insbesondere ältere Legehennen Kandidatinnen, die schon sehr viele Eier gelegt haben und die das Legen offensichtlich belastet. Allerdings ist die Verabreichung von Hormonen an Hühner rechtlich nicht zulässig, da die Präparate dafür nicht zugelassen sind. Somit ist auch die Dosierung oft nicht klar und die Dauer der Wirkung schwer vorherzusagen.

Schlussendlich sind Hühner mit einer hohen Legeleistung eher von Legedarmentzündungen betroffen, einfach weil der Legedarm und das gesamte Tier durch die hohe Leistung mehr belastet wird. Von daher halte ich es für sinnvoller, als Hobby schöne alte Hühnerrassen zu halten (und damit auch zu erhalten) und auf Hochleistungstiere zu verzichten.

Fazit

Leider ist die Prognose für die von einer fortgeschrittenen Legedarmentzündung betroffenen Henne ohne Operation nicht gut. In den meisten Fällen würde ich vermutlich zu einer Euthanasie des Huhnes raten, auch um unnötiges Tierleid zu verhindern. Eine operative Entfernung des Legedarms ist mit hohen Kosten und Risiken verbunden, und ein dauerhafter Erfolg wird bei einem Teil der Tiere ausbleiben. Durch die geschilderten vorbeugenden Maßnahmen kannst du das Risiko der Entstehung von Legedarmentzündungen etwas senken, die Erkrankung aber leider nicht ganz verhindern.

Auf diesem Blog gibt es keine Bannerwerbung oder aufdringliche Affiliate-Links. Aber falls dir der Beitrag gefallen hat, würde ich mich freuen, wenn du dich für meinen Newsletter eintragen würdest. Dann erhältst du eine Gratis-Übersicht über Bekämpfungsmethoden gegen die Rote Vogelmilbe und ich informiere dich rechtzeitig über neue Beiträge.

Teile diesen Beitrag

41 Antworten auf „Legedarm-Entzündung beim Huhn“

Bei einer Legedarmentzuendung ist es am Besten, man erspart dem armen Huhn den extrem stressigen Gang zum Tierarzt und die fremde Umgebung dort und erlöst es gleich vor Ort durch eine Notschlachtung (Kopfschlag und Kopf ab)! Schonender für das Tier geht es nun wirklich nicht! Man kann es danach sogar noch essen. Eine Operation oder auch das Einschläfern sind sowieso nur Geldmacherei!

Vielen Dank für deine Meinung zu dem Thema. Ich denke, jeder Halter muss das selber entscheiden. Nicht alle trauen sich die tiergerechte Tötung selber zu. Und wer sich für eine OP entscheidet, muss sich damit abfinden, dass dieser aufwändige Eingriff Geld kostet. Das ist auch richtig so. Ganz generell denke ich, wer sich Tiere anschafft, muss Tierarztkosten mit einkalkulieren. Außerdem kann ich nur davon abraten, eine Legehenne, die eine Legedarmentzündung hatte, zu essen. Eigentlich sollte einem das der normale Menschenverstand beim Eröffnen des Tieres sagen.

Lieber Arne,
ganz herzlichen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag. Leider habe ich grade den 3. Fall einer Legedarmentzündung bei einem 5jährigen Sperberhuhn.
Mit dem ersten bin ich extra zu einem Geflügelspezialisten gefahren und habe für Diagnose, 2 Röntgenbilder die gar nicht mehr notwendig gewesen wären und abschließende Euthanasie 120 € bezahlt…leider erkennt man die Erkrankung wirklich immer erst zu spät und ich bin ganz Deiner Meinung und halte eine gnädige Erlösung für die richtige Entscheidung. Alle anderen Hühnerhalter die ich gefragt habe hatten solche Probleme noch nicht und ich habe mir schon Vorwürfe gemacht…aber bei denen werden die Tiere auch geschlachtet, wenn die Legeleistung nachlässt. Ich kann und will das nicht. Somit ist meine Lilly mit 5 Jahren schon 3Jahre über ihre Lebenserwartung…und schon nach dem ersten Fall stand für mich fest, dass keine Hybriden mehr in meinen Stall kommen.
Dein Artikel hat mir gut getan und mein Gefühl bestätigt, dass eine Operation nicht die sinnvolle Lösung ist und nicht zum Wohle des Tieres 🙏

Eine OP und das Einsetzen eines Chips kosten bestimmt viel Geld; dennoch sei es dahingestellt, ob es sich dabei um „Geldmacherei“ handelt. Es ist ja schließlich auch eine komplizierte OP, die übrigens die wenigsten Tierärzte beherrschen.
Beim Einschläfern hingegen kann man nun wirklich nicht von Geldmacherei sprechen. Ich musste bisher 2 Hühner erlösen lassen, beim einen habe ich gar nichts bezahlt, beim anderen waren es knapp 7 Euro. Es ging schnell und schmerzlos. Das Huhn selbst zu schlachten, hätte ich niemals geschafft …

Da hast Du aber Glück gehabt…oder ich den falschen Tierarzt.
Beim ersten war ich mit 120 € dabei und richtig sauer, weil die Diagnose auch ohne Röntgen klar war und das waren 70 € von den Kosten…sowas ist sehr wohl Geldmacherei. Bei meiner jetzigen Tierärztin hab ich 21 € gezahlt, aber die sind es mir wert, wenn ich dem Tier damit ein sinnloses Leid ersparen,mich von ihm verabschieden und es beerdigen kann. Ich finde, das bin ich ihnen schuldig 🐔❤

Wow, das Mitgefühl der Tiere ist hier ja deutlich zu spüren. Wahrscheinlich spricht aus dir ein wahrer Landwirt, der in dem Tier wirklich nur den NUTZEN sieht. Wenn es nichts mehr abwirft, Kopf ab und auch noch verspeisen…

Hallo Arne,
danke für den Artikel er hat mich gut aufgeklärt…
Ich habe dennoch eine Frage.

Heute hatte ich ein Schichtei im Nest. Ich kann leider nicht ausmachen, welches meiner Hühner (es sind insgesamt nur 9 von gemischter Rasse) es „gelegt“ hat.
Ich habe nur eine Vermutung. Meine Maran-Henne legt seit ca. 10 Tagen nicht mehr, da sie allerdings auch Federn verloren hat, bin ich von der Mauser ausgegangen. Sie ist jetzt ca. 3 Jahre alt und hat bisher immer sehr gut gelegt. Eine „Pinguin-Haltung“ konnte ich bei ihr nicht feststellen. Sie hat die letzten Nächte allerdings nicht auf der Sitzstange übernachtet, sondern im Nest (ich bin davon ausgegangen, dass sie durch die Mauser zu schwach war hoch zu kommen…)

Jetzt die eigentliche Frage: Ist es prinzipiell auch möglich, dass sich das Huhn nach der Ablage des Schichteis noch einmal erholt? Oder sollte ich mich schon einmal darauf einstellen es bald erlösen zu müssen? Und wie kann ich sicher sein, dass es tatsächlich die Maran-Henne war?

Hallo Kathrin,
vielen Dank für deine Frage. Ich würde es nicht ausschließen, dass sich die Henne wieder erholen kann. Insbesondere, wenn das ganze Entzündungsmaterial ausgeschieden wurde. Allerdings scheint es der verdächtigen Henne nicht so gut zu gehen, da sie die Stange nicht mehr aufsucht. Fühlt sich der Bauch des Tieres weich an oder verhärtet? Ich würde auch alle anderen Hühner untersuchen, zur Sicherheit. Vielleicht kannst du die Henne separat setzen? Falls sie wieder anfangen sollte zu legen, wäre das ein gutes Zeichen. Wenn es ihr schlechter geht (gesträubtes Gefieder, eingezogener Kopf, geschlossene Augen, verhärteter Bauch) solltest du sie erlösen.

Hallo Arne,
danke für deine Antwort.
Das „verdächtige“ Huhn scheint sich wieder wohler zu fühlen. Die letzte Nacht war sie wieder auf der Stange und da sie die einzige Maran-Henne ist erkenne ich ja gut ihre Eier. Ich hoffe einfach darauf, dass sie sich aufrappelt und wieder beginnt zu legen…
Vielen lieben Dank für die Tipps. Wenn noch einmal etwas sein sollte, weiß ich was ich tun kann.

Viele liebe Grüße,
Kathrin

Guten Tag Arne,
meine Henne (Araucana vom Mai 2020) habe ich gestern beim GK TA untersuchen lassen nachdem ich festgestellt hatte, dass ihr Bauch komplett federlos ist und etwas verschorft. Sie sah seit einiger Zeit etwas zerzaust aus wobei ich von verspäteter Mauser ausgegangen bin. Allerdings habe ich nur vereinzelte Federn gefunden?? In letzter Zeit hat sie die Eier nachts aufs Kotbrett gelegt/ fallen lassen.
Vom TA wurde Legedarmentzündung festgestellt, wie ist mir nicht ganz klar. Bei einer anderen Henne wurde vor einiger Zeit u.a. ILT festgestellt…
Die ganze Gruppe bekommt jetzt AB.
Das die Erkrankung meistens zum Tod führt, wurde nicht erwähnt. Das habe ich jetzt hier gelesen.
Hilft jetzt nur abwarten?

Hallo Petra,
also wenn die Henne vor kurzer Zeit noch Eier gelegt hat bzw. noch Eier legt, kann sie keine sehr schlimme Legedarmentzündung haben. Wenn Eier gelegt werden, bedeutet das ja, dass der Legedarm weitestgehend frei ist und die Eibildung noch funktioniert. Oder ist das schon etwas her?
Grüße

Hallo Arne, schön das du so schnell antwortest. Die Henne legt regelmäßig jeden 2. Tag ein Ei
Ist es vielleicht doch nicht so schlimm?

Das ist ein gutes Zeichen, dann hat sie keine massive Legedarmentzündung. Davon kann man ausgehen.

Puh, das hört sich gut an.
I LT ist ja wohl nicht heilbar, aber sehr ansteckend, wenn ich das richtig verstanden habe. Deshalb das Antibiotika für die ganze Gruppe. Ich werde alle gut beobachten.
Vielen Dank und viele Grüße
Petra

Stolpern als Anzeichen für Legedarmentzündung?

Erstmal toller Beitrag. Und vielleicht hilft das folgende anderen dabei die Legedarmentzündung früher zu bemerken. Ich hab eine meiner Hennen zufällig dabei beobachtet wie sie innerhalb weniger Minuten zweimal kurz nacheinander gestolpert ist als sie an zwei unterschiedlichen Stellen hochhüpfen wollte. Da bin ich sofort aufmerksam geworden. Ich bemerkte dann sie lief breitbeiniger und schwerfälliger, frass aber noch normal. Ich hab zuerst eine Verletzung oder Beinbruch vermutet, konnte aber nichts genaues erkennen. Sie hatte jedoch einen sehr prall gefüllten Bauch, war wesentlich schwerer als sonst und die Tierärztin erklärte mir dann, dass der Bauch vermutlich auf den Bewegungsapparat drückt und die Probleme beim Laufen verursacht. Ihr ging es dann auch rapide schlechter, sie bewegte sich ein/zwei Tage nach dem Stolpern nicht mehr und frass nicht mehr, aber das Antibiotikum schlug zum Glück an und nach einer Woche war die Schwellung komplett weg. Und nun ist wieder ihr für Legehennen oft typischer zu magerer Körper zu erkennen. Mittlerweile ist sie schon wieder bei der restlichen Hühnertruppe dabei. Da ich gerettete Legehybriden hab, versuche ich besonders aufmerksam zu sein und nehme auch sehr subtile Anzeichen ernst.

Freue mich auch über deine Einschätzung dazu 🙂

Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht, der ja vielleicht anderen Haltern Hoffung machen kann. Gelegentlich sind die Hennen in der Lage, auch größere „Schichteier“ wieder loszuwerden, in dem sie sie wie ein normales Ei ausscheiden. Vielleicht ist das parallel zur Therapie bei dem Tier erfolgt. Oder es war gar keine Legedarmentzündung, sondern eine Ovar-Bauchfellentzündung, die auf eine Antibiotikatherapie wesentlich besser anspricht.

Vielen Dank für den interessanten Beitrag. Bei unserer geretteten Henne (April 2021) wurde gestern entzündliche Flüssigkeit im Bauchraum und Eiter im Legedarm durch Ultraschall festgestellt. Jetzt bekommt sie Antibiotikum und sitzt separat. Sie war eigentlich gar nicht auffällig. Ich hatte mit einer anderen Henne einen Termin beim VK TA und habe sie nur mitgenommen, weil sie schwerer war, als gewohnt und etwas ruhiger. Und auch jetzt macht sie keinen kranken Eindruck. Nun meine Frage. Die TÄ sprach davon, dass es in manchen Fällen bei der operativen Entfernung des Legedarms möglich ist, den Eierstock mit zu entfernen. Wenn dieser nicht mit der Niere verwachsen ist. Haben Sie eventuell davon gehört bzw. ist es mit der Entzündung im Legedarm und der Ansammlung von Eiter wirklich machbar? Eine Entscheidung zu fällen (OP oder Erlösung) fällt uns nicht leicht.
Über eine Antwort würden wir uns freuen.
Viele Grüße!

Also zur OP kann ich keine eigenen Erfahrungen beitragen. Bei der potentiellen Entnahme des Eierstocks ist die Blutstillung das größte Problem soweit ich weiß, das soll schwierig sein. Falls sie sich gegen eine OP entscheiden, würde ich die Euthanasie nicht zu lange rauszögern. In den allermeisten Fällen gibt sich das nicht von selber und Hühner zeigen erst sehr spät, wenn es ihnen schlecht geht.

Vielen lieben Dank für Ihre schnelle Antwort und Einschätzung! Das hilft mir gerade etwas weiter bei der Entscheidungsfindung.
Viele Grüße Simone

Danke für den tollen Beitrag!
Eines meiner Hühner hat einen prallen, geröteten und sehr warmen Bauch/Po. Sie ging gestern nicht auf die stange und hat die Beine nach innen gedreht wie ein Pinguin. VkTA gibt es keinen in der näheren Umgebung. Was soll ich machen? Meine Kinder lieben die Hühner…

Also ich würde mir das vorsichtshalber erstmal noch etwas ansehen, wie sich das entwickelt. Wenn es nicht besser wird und für Sie eine Operation nicht in Frage kommt, bleiben dann nur noch die beiden Optionen „sterben lassen“ oder „Euthanasie“. Im Sinne des Tieres wäre ganz sicher die zweite Variante.

Lieber Arne, ich habe selten Dolch warmherzig, aber auch klare Worte zu Hühnerkrankheiten gelesen.
Bei unserer „Helga“ wurde auch eine Legedarmentzündung festgestellt und der TA hat durch Punktion ganz viel Flüssigkeit aus dem Bauchraum punktet. Das war am Mittwoch.
Sie bekam auch Antibiotikum mit einer Spritze, die Wirkung soll fünf Tage anhalten. Am 2. Tag ging es ihr merklich besser und das setzte sich fort und ich hatte Hoffnung, dass sie es schafft. Gestern Abend ging sie schon nicht auf die Stange und heute sitzt sie ganz viel separat.
Ich denke, dass ich sie morgen erlösen lasse. Es tut mir weh, aber dein Artikel gibt mir Mut dazu.
Herzlichen Dank und liebe Grüße von Elvira

Hallo Arne,

zwei meiner Zwerg Sussex Hennen ( 2 1/2 Jahre alt) sondern Nachts eine wässrige orange-rote/bräunlich Flüssigkeit ab. Ich denke zumindest das es nur Nachts ist, denn ich stelle dies nur auf dem Kotbrett fest.
Der Kot den ich tagsüber im Auslauf aufsammeln sieht normal aus.
Ab und zu legen sie auch Nachts ein Windei auf das Kotbrett.
Ansonsten legen Sie alle ein bis zwei Tage ein Ei, manchmal mit Kalkablagerungen darauf.
Deutet die Flüssigkeit auf eine Legedarmentzündung hin?
Oder was könnte es sonst sein?

Hallo Jörg, wenn die Henne regelmäßig Eier legt, ist das prinzipiell erstmal gut. Damit kannst du sicher sein, dass die Henne nicht an einer chronische Legedarmentzündung mit Schichtei-Bildung leidet. Die Flüssigkeit kann aus dem Darm, dem Legedarm und theoretisch auch als Erbrochenens aus dem Kropf stammen. Es handelt sich aber nicht um Blinddarmkot, richtig? Der hat ja eine andere etwas andere Farbe und Konsistenz als normaler Kot.

Hallo Arne,

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Es handelt sich definitiv nicht um Blinddarmkot, da es sich um eine Flüssigkeit (Wasser?) mit orange-roter (Blut) Färbung handelt.

Dann tippe ich schon auf den Legedarm. Allerdings, so lange noch regelmäßig Eier kommen, würde ich glaube ich erstmal nichts machen. Wenn diese allerdings ausbleiben, rate ich zu einer Behandlung. In einem frühen Stadium sind Legedarmentzündungen behandelbar. Man könnte natürlich auch im Vorfeld schon einen Legedarmtupfer nehmen und bakteriologisch untersuchen, dann hättest du für den Fall einer Behandlung schon ein Resistenztest vorliegen.

Hallo Arne, vielen Dank für die vielen Informationen.
Ich brauche auch gleich einen Rat. Mein eines Vorwerkhuhn ist ca. 32 Wochen alt und legt keine Eier. Aus der Kloake kommt nur Flüssigkeit was nach Eiweiß aussehen könnte.
Sie sondert sich von den anderen ab und frisst auch nur noch wenig. Ich reinige ihr jeden Abend die Kloake und gebe ihr mit einer kleinen Spritze einen Calziumdrink.
Handelt es sich hier um auch um zu eine Eileiterentzündung. Der TA ist in erst nächste Woche wieder im Dienst.
Gruß, Michael

Ausschließen kann man eine Legedarmentzündung nicht, auch wenn das Tier noch recht jung dafür ist. Aber eine Untersuchung ersetzen kann dieser Blog leider nicht, ich bitte dafür um Verständnis.

Hallo Arne, vielen Dank für den informativen Artikel. Wir haben heute bei unserer 1,5jährigen Blumenhuhnhybride eine Legedarmentzündung festgestellt. In letzter Zeit sah sie sehr gerupft aus und wir dachten, sie sei nur in der Mauser. Leider falsch gedacht. Morgen werden wir sie erlösen müssen. Letztes Jahr mussten wir schon ein einjähriges Huhn aus diesem Grund erlösen. Nun aber meine Frage. Wenn es sich um einen Erreger handelt, der diese Krankheit auslöst, könnten sich die anderen Hennen theoretisch anstecken, oder nicht? Sollte man dann nicht vielleicht vorsorglich ein paar Tage Antibiotika geben?
Viele Grüße
Elvi

Hallo Elvi, ja, dass kann durchaus Sinn machen. Es gibt definitiv Fälle, bei denen derartige Erkrankungen sich in einer Tiergruppe verbreiten können. Grüße, Arne

Hallo Arne, dankeschön für Ihren Beitrag.
Darf ich bitte noch was fragen? Ein LegeHuhn von uns ist fast ein Jahr alt und seit zehn Tage legt sie keine Eier mehr. Dann vor vier Tage war so ein grosses, wie Fleisch aussehend, ding bei ihrer Scheisse. Ich weiss das ist ja EntzündungsMaterial, aber ich weiss das Deutsche Wort nicht.
Meine Frage ist: Wie weiss ich ob Sie Schmerzen hat? Und sie ist noch so jung ….

Hier im Süden der Nierlanden haben die Tierärzte nämlich kein Verständnis vor Hühner und es nutzt derhalb auch nichts um dahin zu gehen (Erfahrungen genug gehabt. Dabei : Nur ein RöntgenBild kostet 90 euro , nur für Euthanasie, ohne etwas Anderes fragen die sich auch schon pro Huhn 90 Euro).
Im voraus vielen Dank für Ihre Antwort

Also Hühnern, denen es nicht gut geht und die Schmerzen haben, sitzen meist zusammengesunken mit gesträubten Gefieder und manchmal aus halb geschlossenen Augen.

Hallo, meine 1-jährige araucana henne ist mir gestern Nachmittag aufgefallen weil sie wie ein Pinguin gewatschelt ist und der Bauch runter hing. Er ist ganz weich und fühlt sich wie mit Flüssigkeit gefüllt an. In letzter Zeit hatten wir etwas Probleme mit windeiern bei den hühnern, da sie zu viel eiweißzufuhr hatten. Das habe ich geändert und es war gerade am besser werden. Sie hat auch Eier gelegt, nur nicht jeden Tag. Sie läuft noch herum und frisst aber sie presst auch ständig als wollte sie“etwas los werden“. Ich habe sie jetzt in lauwarmen Wasser gebadet und massiert und ihr beim „pressen“ mit Massage geholfen. Es kam nichts. Nur ein klein bisschen weiß wie beim Kot absetzen. Ich habe sie außerdem mit Öl massiert und abgetastet aber garnichts erfühlen können. Jetzt habe ich ihr mit einer spritze einen Öl Einlauf gemacht und sie im Stall separiert. Ich mache mir große Sorgen. Was könnte das sein?
LG Larissa

Salü Larissa, wie ist es mit deiner Henne ergangen? Ich habe eben auch so ein Huhn, vor lauter pressen ist sie schon gar nicht in den Stall gegangen. Habe sie auch massiert, aber am Bauch nichts spezielles gefühlt. Bin unschlüssig was ich machen soll …
Gruss Judith

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.