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Parasitologische Krankheiten

Wie schädigt die Rote Vogelmilbe deine Hühner?

Als Hühnerhalter hast du sie wahrscheinlich schon kennengelernt. Die Rote Vogelmilbe ist der häufigste und bedeutendste Parasit von Hühnern. Sie ist klein und unscheinbar. Sie ist aber nicht nur lästig, sie kann Hühner töten. Außerdem schädigt sie die Tiere auch auf andere Weise. Lass uns in den folgenden Abschnitten ansehen, welche Folgen ein Befall mit der Roten Vogelmilbe für die Hühner haben kann.

Blutverlust

Das ist der offensichtlichste Schaden, den die Milbe bei deinen Hühnern verursacht. Als blutsaugender Schädling ist die Rote Vogelmilbe bekannt. Schon der Name deutet darauf hin: Die Rotfärbung der Milben entsteht erst durch das Blut selber, welches sie bei dem Saugakt aufgenommen haben. Trotzdem wird der Schaden durch den Blutverlust häufig unterschätzt; bei hohem Befall werden die Hühner regelrecht leergesaugt und können an Blutarmut sterben.

Gewichtsverlust, Futterverbrauch

Auch bei moderatem Befall bleiben die Milben im Stall nicht ohne Folgen für deine Hühner. Die Tiere können abmagern oder benötigen zumindest mehr Futter, um ihr Gewicht zu halten. Insbesondere für junge Küken können die Milben schnell gefährlich werden, da diese weniger Reserven und auch weniger Blut als größere Tiere haben. Es kann zum Kümmern und Versterben kommen.

Störung der Legeleistung

Bei Milbenbefall kann die Eierzahl zurückgehen. Und nicht nur das, außerdem kann die Eischalenqualität leiden, was zu dem vermehrten Auftreten von Knick- und Brucheiern führt. Weiterhin sind auf der Eischale häufig Blutflecken zu sehen, bei denen es sich um zerquetschte Milben handelt. Solche Eier möchte man eher nicht an die Nachbarn oder andere Bekannte abgeben.

Federpicken, Kannibalismus

Stell dir vor, wie es für Hühner sein muss, sich zum Schlafen in einen mit Vogelmilben verseuchten Stall zurückzuziehen. Es kribbelt und krabbelt die ganze Nacht. Das kann aggressiv machen und zu Verhaltensstörungen wie vermehrtem Federpicken oder dem Zufügen von Verletzungen führen. Das Tragische dabei ist, dass das Picken nach Parasiten in den eigenen Federn oder im Gefieder von anderen Hennen eigentlich sinnvoll ist, um diese Schädlinge zu dezimieren. Leider kann sich diese Verhaltensweise verselbstständigen und zu den genannten Problemen führen.

Stress, Immunsuppression

Grade höhere Befallsraten der Roten Vogelmilbe bedeuten für Hühner immensen Stress. Keine richtige Nachtruhe zu finden, sondern in dieser Zeit von den Blutsaugern heimgesucht zu werden, ist auch für Hühner unangenehm. So kannst du unter Umständen beobachten, dass deine Hühner nicht in den Stall wollen oder diesen nur sehr zögerlich betreten. Dauerhafter Stress und Schlafmangel sind nicht nur unschön für die Tiere, sondern beeinträchtigen auch deren Immunsystem. Das heißt wiederum, dass sie leichter an anderen Infektionen erkranken können.

Übertragung von Krankheitserregern

Die Rote Vogelmilbe kann Infektionskrankheiten übertragen. Zum einen können diese der Milbe außen anhaften, zum anderen können sie auch beim Saugakt übertragen werden. Du musst dir klarmachen, dass die Milben irgendwo anders herkommen. Sie können zum Beispiel über einen brütenden Wildvogel in deine Haltung eingeschleppt worden sein, oder sie sind mit zugekauften Hühnern in den Stall gelangt. Falls diese Tiere krank waren, ist es durchaus möglich, dass diese Erkrankung oder Infektion über die Milben unter deinen Tieren verbreitet wird. Dies kann unter Umständen sogar deine eigene Gesundheit in Mitleidenschaft ziehen, da nachgewiesen ist, dass Rote Vogelmilben auch beispielsweise Salmonellen übertragen. Diese Erreger können dann Magen-Darminfekte bei Menschen verursachen. In und auf Milben wurden eine ganze Reihe von Viren und Bakterien nachgewiesen, die Erkrankungen bei Hühnern verursachen.

Fazit

Die Rote Vogelmilbe ist also nicht nur lästig, sondern beeinträchtigt das Wohlbefinden deiner Hühner auf verschiedene Weise. Daher ist es auch unter dem Gesichtspunkt des Tierwohls notwendig, einen Befall mit Milben zu behandeln. Bei einem mittelstarken bis starken Befall kann es den Tieren einfach nicht gut gehen. Und aus einer kleinen Anzahl an Milben kann bei den entsprechenden Temperaturen schnell ein massiver Befall entstehen. Der erste Schritt vor einer Bekämpfung ist immer die Diagnose, das heißt, als allererstes muss die Frage beantwortet werden, ob es sich wirklich um die Rote Vogelmilbe handelt. Ich gehe hier darauf ein, woran man die Rote Vogelmilbe erkennt.

Foto: Pixaybay

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