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Das hält deine Hühner gesund – 10 wichtige Maßnahmen

Gesunde Hühner, welcher Halter will das nicht haben? Du wirst mir zustimmen, dass es am besten ist, wenn sie gar nicht erst krank werden. Was kannst du vorbeugend tun, damit deine Tiere gesund bleiben? In diesem Beitrag gehe ich auf 10 wichtige Maßnahmen näher ein.

1. Impfungen durchführen lassen

Impfungen schützen deine Hühner vor Erkrankungen, die oft nicht behandelbar sind. Dies gilt z. B. für alle Krankheiten, die durch Viren hervorgerufen werden, weil es keine Medikamente für Hühner gegen diese Erregergruppe gibt. Für die Hobbyhaltung von Hühnern empfehle ich eine Impfung gegen folgende Krankheiten:

  • Mareksche Krankheit: Impfung mit der Nadel als Eintagsküken
  • Kokzidiose: kann zusammen mit der Impfung gegen die Mareksche Krankheit erfolgen
  • Newcastle Disease/Infektiöse Bronchits (ND/IB): Eine Impfung gegen Newcastle Disease ist gesetzlich vorgeschrieben. Da es Kombi-Impfstoffe gibt, die auch gegen IB schützen, sind diese zu empfehlen.
  • Infektiöse Laryngotracheitis (ILT): Wenn du noch mehr tun willst, wäre eine Impfung gegen ILT eine Option; diese Krankheit kommt in Hobbyhaltungen häufig vor und kann auch zu Todesfällen führen.

2. Zukauf von Tieren richtig planen

Jeder Zukauf von Tieren birgt das Risiko, dass du dir Krankheiten in deinen Tierbestand holst, das sollte dir unbedingt klar sein. Auch wenn du darauf achtest, nur optisch gesunde Tiere zu nehmen, schützt dich das leider nicht. Bei vielen Erregern bleiben die Tiere auch nach dem Abklingen von Krankheitssymptomen infiziert und scheiden diese weiterhin aus. Daher solltest du zurückhaltend bei dem Zukauf von neuen Tieren sein. Wenn du dich dafür entschieden hast, empfehle ich folgende Punkte zu beachten:

  • Kaufe bei einem erfahrenen Züchter, der einen guten Ruf hat.
  • Wenn du mehrere Tiere kaufen möchtest, am besten alle bei demselben Züchter. Vermeide das Zusammensammeln von Tieren aus unterschiedlichen Quellen.
  • Gute Züchter teilen dir den Impfstatus der Tiere mit und können dir auch die Impfbescheinigungen zeigen.
  • Vermeide Zukäufe auf Geflügelshows und Tiermärkten, dort verbreiten sich infektiöse Erkrankungen sehr leicht und die Tiere stecken sich gegenseitig an.
  • Halte neue Tiere zunächst für einige Zeit in Quarantäne und warte, ob sie Krankheitsanzeichen entwickeln, außerdem Sammelkotproben untersuchen lassen.
  • Eine weitere häufig genutzte Möglichkeit ist das Beziehen von Bruteiern, die du dann anschließend selber ausbrüten kannst. Hierdurch umgehst du einige Risiken, andere bleiben, z. B. die vertikal (über das Ei) übertragbaren Krankheiten wie Salmonellen und Mykoplasmen.

3. Schadnager bekämpfen

Mäuse und Ratten werden häufig von Geflügelhaltungen angezogen, weil sie dort Futter finden. Die Nager sind nicht nur lästig, sie können über ihren Kot eine ganze Reihe von Krankheiten übertragen. Du solltest daher dein Futter möglichst geschützt lagern und die Umgebung deiner Hühner regelmäßig auf Schadnagerbefall kontrollieren. Wenn du Anzeichen eines Befalls findest, solltest du ihn bekämpfen.

4. Vorbeugung vor der Roten Vogelmilbe

Die Rote Vogelmilbe gehört zu den hartnäckigsten Parasiten und schädigt deine Tiere auf verschiedene Weise. Zuerst solltest du die potentiellen Rückzugsorte der Milben dezimieren, entrümpeln und Spalten ggf. mit Silikon oder Feinputz schließen. Biete den Hühnern ein großzügiges Staubbad mit Gesteinsmehl an. Beschichte deinen Stall ggf. mit Kieselgur (auch wiederholt) und kontrolliere ihn regelmäßig auf Milbenbefall. Am besten kannst du dafür Milbenfallen verwenden. Wenn du Milben findest, behandle den Befall so früh wie möglich.

5. Hühner nicht auf dem ganzen Grundstück laufen lassen

So schön es auch für die Tiere sein mag, ich rate dir davon ab, deine Hühner auf dem ganzen Grundstück laufen zu lassen. Dies bedeutet nämlich auch, dass die Tiere überall ihren Kot verteilen. Das kann dann zum Problem werden, wenn die Hühner sich mit einem Krankheitserreger infizieren, der über den Kot ausgeschieden wird und lange in der Umwelt überleben kann. Der übelste Vertreter in dieser Hinsicht ist der Erreger der Vogeltuberkulose, Mycobacterium avium ssp. avium., der unter Umständen jahrelang in der Umwelt überleben kann. Aber auch Kokzidien und Wurmeier können längere Zeit überdauern. Wenn deine Hühnerhaltung abgezäunt ist, hast du immer noch Ausweichflächen für den Fall der Fälle zur Verfügung.

6. Geeignetes Futter verwenden

Die Legeleistung von Rassehühnern fordert die Tiere, auch wenn sie weniger Eier legen als die kommerziell verwendeten Linien. Deine Hühner benötigen ein geeignetes Futter. Am besten verwendest du als Basis ein Legemehl von einem bekannten Futtermittelhersteller. Überprüfe immer die Futterqualität, es sollte ein ansprechendes Aussehen und einen angenehmen Geruch aufweisen. Falls du dein Futter selber mischen willst, orientiere dich an Vorgaben aus verlässlichen Quellen (z. B. Büchern), was die Zusammensetzung angeht.

7. Regelmäßig Ernährungszustand überprüfen

Wenn Hühner erkranken, zeigen sie häufig erst Anzeichen, wenn die Erkrankung schon sehr weit fortgeschritten ist. Dieses Verhalten soll sie vor Beutegreifern schützen, es kann aber dazu führen, dass du kranke Tiere erst sehr spät identifizieren kannst. Daher empfehle ich dir, regelmäßig zu überprüfen, in welchem Ernährungszustand sich deine Hühner befinden. Am einfachsten und schnellsten ist das Abtasten der Brustmuskulatur. Bei chronisch kranken Tieren wird die Muskulatur stark abgebaut. Natürlich kannst du die Tiere auch regelmäßig wiegen, was aber mit deutlich mehr Aufwand verbunden ist.

8. Regelmäßig Entwurmen

Du kannst davon ausgehen, dass alle Hühner mit Auslauf sich früher oder später mit Würmern infizieren. Daher sollten alle Hobbyhalter regelmäßig entwurmen oder zumindest Sammelkotproben auf Wurmeier untersuchen lassen. Ich empfehle mindestens einmal, besser zweimal im Jahr. Bestimmte Wurmarten kann man manchmal auch mit dem bloßen Auge in Kothaufen erkennen, andere nicht. Wurminfizierte Hühner magern ab, zeigen Durchfall und können bei starkem Befall auch an einem Darmverschluss sterben.

9. Tote Hühner untersuchen lassen

Wenn dir ein Huhn stirbt, halte ich es für sinnvoll, dies untersuchen zu lassen. Die Untersuchung muss nicht zwingend sehr teuer sein, du kannst mit den Untersuchungseinrichtungen eventuell auch absprechen, bis zu welcher Summe diese untersuchen darf. In diesem Blogbeitrag kannst du Untersuchungseinrichtungen finden, die sich auf die Untersuchung von Geflügel spezialisiert haben, hier findest du eine Google-Karte, in der du die am nächsten gelegene Einrichtung und den besten Anfahrtsweg herausfinden kannst.

10. Kranke Tiere richtig untersuchen lassen

Nicht jeder Tierarzt kennt sich unbedingt gut mit Geflügelkrankheiten aus. In den meisten Einrichtungen, die in diesem Blogbeitrag von mir aufgelistet wurden, ist auch eine Untersuchung von lebenden Tieren möglich. Des Weiteren findest du z. B. in dem Forum Huehner-info.de eine Liste mit Tierärzten, die aufgrund von Erfahrungen von Forumsmitgliedern zu empfehlen sind.

Fotos: Pixabay

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4 Antworten auf „Das hält deine Hühner gesund – 10 wichtige Maßnahmen“

Vielen Dank für das Feedback! Ja, ich habe auch das Gefühl, dass es immer mehr Hobbyhalter werden. Vielleicht hängt das auch mit dem Trendthema „Selbstversorger“ zusammen.

Danke für diese informative Zusammenfassung. Vielen Hobbyhaltern ist gar nicht klar, auf was man alles achten sollte. Das rächt sich früher oder später.

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