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Virologische Krankheiten

Vorbeugende Maßnahmen gegen Geflügelpest

Herbstzeit ist leider auch Geflügelpestzeit. Mitte Oktober sind in Deutschland die ersten Nachweise in Wildvögeln erfolgt und die ersten Ausbrüche in Geflügelhaltungen aufgetreten. Der Seuchenzug 2020/2021 war verheerend und es mussten Millionen Tiere notgetötet werden. Davon waren auch ca. 150 Kleinhaltungen betroffen. Daher macht es Sinn, wenn du für deine Hobbyhaltung vorbeugende Maßnahmen gegen Geflügelpest ergreifst, um deinen Hühnern ein solches Schicksal zu ersparen.

Die Geflügelpestviren können über unterschiedliche Eintragsquellen zu deinen Hühnern gelangen. In Hobby- und Rassegeflügelhaltungen spielen dabei sicherlich Tiere, Menschen und Gegenstände die größte Rolle. Durch folgende vorbeugende Maßnahmen gegen Geflügelpest kannst du das Risiko einer Einschleppung deutlich reduzieren.

Fütterung

Geflügel darf nach Geflügelpestverordnung nur an Stellen gefüttert werden, die für Wildvögel nicht zugänglich sind. Um Spatzen den Zugang zum Stall zu erschweren, kannst du am Stalleingang beispielsweise PVC-Lamellen anbringen. Auch eine separate Fütterung der Spatzen an einer anderen Stelle des Grundstückes kann helfen. Zusätzlich solltest du Futter und Einstreu so lagern, dass Wildvögel keinen Zugang dazu haben.

Wasserflächen

Geflügelpestviren werden oft durch wilde Wassergeflügelarten eingeschleppt. Das Vorhandensein von Wasserflächen in der Nähe von Geflügelhaltungen ist daher einer der größten Risikofaktoren für deine Haltung. Eine Aufstallpflicht erfolgt dementsprechend früher und länger in Gebieten, die in der Nähe von großen Wasserflächen liegen. Folgerichtig darfst du deine Hühner auch nicht mit Oberflächenwasser, zu dem Wildvögel Zugang haben, tränken. Die Lage deines Grundstückes kannst du nicht beeinflussen. Aber du solltest Vorkehrungen treffen, dass das Wasser auch bei starkem Regen von dem Grundstück abfließen kann. Dann können sich keine stehenden Wasserflächen bilden, die wilde Wasservögel anlocken. Kleinere Teiche können ggf. mit Netzen geschützt werden.

Auslauf begrenzen

Falls du einen sehr großen Auslauf hast, kann eine Begrenzung des Auslaufes eine Maßnahme sein, um die Haltungsumgebung deiner Hühner kontrollierbarer zu machen. Einen kleineren Auslauf kannst du unter Umständen auch überdachen (z. B. mit Planen oder Netzleinwandgewebe). Zusätzlich können dann seitlich Netze mit einer Maschenweite unter 20 mm angebracht werden. Laut Geflügelpestverordnung reichen 25 mm, das kommt mir aber für Spatzen noch recht groß vor. Wenn dein Auslauf so vorbereitet ist, dürfen die Tiere nach § 13 der Verordnung auch bei Aufstallpflicht draußen bleiben.

Zugang einschränken

In einer akuten Vogelgrippe-Risikozeit sollten so wenig Personen wie möglich Zugang zu deinem Geflügel haben, insbesondere keine Personen mit Geflügel- oder Wildvogelkontakt, wie andere Geflügelhalter oder Jäger. Du selber solltest für deine Haltung mindestens separates Schuhwerk tragen, das nur dort zum Einsatz kommt. Ich empfehle zusätzlich separate Schutzkleidung, die auch nur bei deinen Tieren getragen wird. Denke immer daran, dass Wildvogelkot an den Schuhen für eine Infektion deiner Tiere ausreichen kann.

Zukauf von Tieren vermeiden

Ein Zukauf von neuen Tieren solltest du in einer akuten Geflügelpest-Risikolage mit aktuellen Ausbrüchen in anderen Haltungen unbedingt unterlassen. In einem anderen Beitrag habe ich bereits beschrieben, was du grundsätzlich beim Zukauf von neuen Tieren beachten solltest. Das Risiko, sich über den Zukauf die Geflügelpest einzuschleppen, besteht nicht nur theoretisch, wie viele Hobbyhalter in diesem Frühjahr leidvoll erfahren mussten. Ein mobiler Geflügelhändler hatte hauptsächlich in Thüringen und Baden-Württemberg mit Geflügelpest infizierte Tiere verkauft. Ingesamt waren über 100 Haltungen betroffen, in denen dann alle Tiere getötet werden mussten.

Keine illegale Einfuhr

Das Mitbringen von tierischen Erzeugnissen aus dem Urlaub in Nicht-EU-Ländern unterliegt denselben Anforderungen wie die gewerbliche Einfuhr und ist damit für Privatpersonen praktisch nicht durchführbar. Auch wenn das Risiko vermutlich geringer ist als bei den anderen weiter oben geschilderten Infektionsquellen, ist bei illegaler Einfuhr von Geflügel oder Geflügelprodukten auch eine Einschleppung von Geflügelpest möglich. Dies gilt auch für Federwild wie Fasane, Wachteln und vor allem wildes Wassergeflügel.

Richtiges Desinfektionsmittel auswählen

Da es sich bei dem Aviären Influenzavirus um ein behülltes Virus handelt, welches relativ leicht zu inaktivieren ist, stellt die Auswahl eines Desinfektionsmittels keine große Schwierigkeit dar. Wähle ein Desinfektionsmittel, dessen Wirksamkeit getestet wurde. Wie du ein Präparat findest, habe ich in einem anderen Blogbeitrag beschrieben.

Wie du siehst, kannst du einige vorbeugende Maßnahmen gegen Geflügelpest ergreifen, um das Risiko einer Infektion deiner Hühner zu reduzieren. Einige davon sind leichter umzusetzen, andere, insbesondere die baulichen Maßnahmen, erfordern größeren Aufwand. Aufgrund der großen Bedeutung der Erkrankung und der massiven Maßnahmen, die nach der Infektion ergriffen werden, ist Nichtstun keine gute Alternative.

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Foto: Pixabay

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